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Zeus: Jungjournalisten bekennen Farbe

07.11.11

Bildanfang20111221_Ziegenmichel2© DUK/Nadja BartschBildende

Im Rahmen des "Zeitung und Schule"-Projekts, kurz Zeus, der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung besuchten 16 junge Reporter einer achten Klasse des Dortmunder Bert-Brecht-Gymnasiums den Ziegenmichelhof in Gelsenkirchen. Bei dem ausgezeichneten UN-Dekade-Projekt, erlebten sie, was es heißt, Natur und Nachhaltigkeit vor Ort zu leben.

Grinsend hält der Junge seine gelben Hände hoch. "Geht das wieder ab?" Andere Kinder lachen, widmen sich dann wieder ihrem Mörser und dem darin enthaltenen Gemisch aus Trockenpflanzen und Wasser. Nach und nach färbt sich das zugegebene Wasser immer kräftiger, je nach Pflanze darin gelb, rot, grün oder blau. Eifrig kritzelt ein zierliches Mädchen Notizen auf einen Block, ein anderes schießt Fotos der ungewohnten Arbeit. Heute sind sie nicht in erster Linie Schüler, sondern Reporter. Zeus-Reporter, um genau zu sein.

Expedition in die Färbergärten

Angeregt wurde der Besuch durch eine Kooperation zwischen Zeus und der UN-Dekade. Sein Engagement macht den Hof zu einem von über 1.400 ausgezeichneten Projekten der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung". Bereits zum zweiten Mal wurde der landwirtschaftliche Betrieb für seine nachhaltige Arbeit mit diesem Titel belohnt. Der Besuch der Schüler auf dem Ziegenmichelhof dreht sich diesmal um das Thema Naturfarben. Ihre Erfahrungen halten die Jungjournalisten in eigenen Artikeln fest, die in der Zeus-Rubrik der WAZ-Regionalausgabe und im Internet erscheinen.

Lehramtsstudentin und Ziegenmichel-Mitarbeiterin Helena Voigt führt die Gruppe zunächst durch den Färbergarten. Ein Schild informiert über die jeweilige Farbe, die aus Salbei, Lavendel, Studentenblumen und vielen anderen entstehen kann. Überraschend ist, dass aus fast allen Teilen einer Pflanze Farbe gewonnen werden kann, hellere oder dunklere Farbtöne lassen sich durch Zugabe von Säure oder Lauge erreichen.

Ziegenbockkampf mit Zaungästen

Bevor die Schüler ihr neues Färberwissen anwenden können, lernen sie einige Bewohner des restaurierten Bauernhofes kennen. Begeistert nehmen Hühner und Ziegen Brotkrummen und -stücke von den nicht weniger begeisterten Kindern entgegen. Als einige Walisische Schwarzhalsziegen sich am Zaun auf die Hinterbeine stellen, überragen ihre langen Hörner die umstehenden Besucher. Plötzlich ein hölzernes Krachen - zwei Ziegenböcke schwingen ihre Hörner im Zweikampf, alle sind beeindruckt. "Wie süüüß", schallt es dagegen von einem anderen Gehege herüber: Hängebauchschwein Spikey besticht trotz seines zerknautschten Äußeren. Kumpel Paul hingegen zieht ein Schläfchen in der Schweinehütte den herumwuselnden Kindern vor. Beide stammen aus schlechter Haltung, sind stark übergewichtig und bewegen sich daher nur ungern.

Jungreporter mit Mörser und Wasser in Aktion 

Zurück zum Unterstand, wo die Jungreporter eifrig färben: Getrocknete Pflanzen und Erdpigmente verwandeln sich im Mörser durch Zugabe von Wasser in verschiedenste Farbtöne. Das Herausfiltern der Pflanzenteile mittels Handtüchern ist eine matschige Angelegenheit. Ein paar Kinder haben Angst um ihre Kleidung. "Das ist nicht neu", sagt Helena, "einige Eltern schicken sogar Kindergartenkinder in Markenklamotten auf den Bauernhof".

Trotz winterlicher Temperaturen und anfänglichen Zögerns sind letztlich jedoch alle mit Freude und Enthusiasmus bei der Sache, ein Mörser ist gar beim eifrigen zermahlen zerbrochen. Auch Notizblock und Kamera schonen die Nachwuchsjournalisten nicht. Mittlerweile haben mehrere Schüler farbige Hände vom Auspressen der Farben und sichtlich Spaß damit. Zum Säubern steht ein Wassereimer bereit und Anleiterin Helena Voigt beruhigt: "Klar geht das wieder ab." Mit fertig gefilterten Farben und Federkielen gestalten die Kinder schließlich ganz persönliche Postkarten, mit Weihnachtsbaum, Geburtstagsgrüßen oder einfach nur so. Eine ist ganz "Dieter", einer besonders charismatischen Ziege gewidmet.

Zum Ziegenmichelhof

Zeus-Artikel über den Ziegenmichelhof


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